Zwischen Birram et Circenses – Der Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen

Über die letzten 10 Jahre hat sich der Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen zu einem der In-Treffpunkte der Oberbarmer AAA-Szene gemausert (AAA steht für Alkohol, Aggressionen und Antisozial). Vor vielen Jahren muβten die AAAs noch den kilometerweit entfernten Döppersberg – die unter Wuppertalern bekannte Platte oder auch Döpps – aufsuchen, um ihresgleichen zu finden, zusammen Bier zu trinken und tagesaktuelle Themen lauthals zu diskutieren.


Heutzutage ist dies auch am Berliner Platz möglich. So können auch in Oberbarmen passierende Normalbürger an den animierten Diskussionen der AAAs teilhaben, die sich des Öfteren in unangenehmes, mit höchst vulgärem Vokabular gespicktes Rumgepöbel entwickeln. Immer häufiger bekommen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen der Passanten ihr Futter ab, denn nicht selten arten die aggressiven Wortgefechte auch in brutale Handgemenge aus. Leider können die AAAs jedoch ihre Aggressionen nicht immer untereinander ausleben, sondern suchen sich andere Sparringspartner. Passanten werden schief beäugt, Ausländer malträtiert und als „Opfer“ identifizierte Leute ausgeraubt (sogar tagsüber müssen sowohl Jugendliche um ihre iPods oder Handys, als auch ältere Menschen um ihre Taschen bangen).


Die Situation, die hier auf leicht sarkastische Weise beschrieben wurde, ist durchaus ernst zu nehmen. Es ist ganz offensichtlich, dass das soziale Niveau der Stadt Wuppertal über die Jahre hinweg stetig gesunken ist. Die Stadt ist Pleite, viele Bürger kommen nur Dank Hartz IV über die Runden. Oft führen soziale Missstände zu offene Aggressionen, unter denen auch „normale“ Bürger zu leiden haben. Kinder wachsen werden schon früh mit Aggressionen im öffentlichen Raum konfrontiert und stumpfen ab. Diese Negativentwicklung ist inakzeptabel und ihr muss endlich entgegengesteuert werden. Es kann nicht sein, dass an vielen öffentlichen Plätzen Wuppertals (und ganz Deutschlands) besoffene, aggressive Menschen rumhängen und jene „öffentliche“ Plätze zu „privaten“ werden, weil alle anderen Menschen beginnen sie zu meiden. Natürlich fordere ich nicht dazu auf jene Personen zu verjagen, sondern man müβte sich ernsthaft Gedanken machen wie man langfristig eine gesunde, an Werten orientierte Gesellschaft bilden kann. Welche Maβnahmen könnten wir in Wuppertal treffen?

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