Laut des diesjährigen Armutsberichts der Bundesregierung gehöre ich beinahe zu den ärmsten 13 Prozent der Deutschen - Trotz Vollzeit-Jobs!

Heute wurde der neueste Armutsbericht der Bundesregierung veröffentlich. Laut Bericht sind 13 % der Bundesbürger arm. Arm ist z.B derjenige der als Alleinstehender monatlich nur 764 € zur Verfügung hat. Perfekt! Trotz Vollzeit-Jobs (ok, der erste richtige Job nach abgeschlossenem Studium) gehöre ich beinahe zu jenen 13 Prozent der Bevölkerung und ich muß zugeben, daß ich nicht gerade das Leben in vollen Zügen genießen kann.

Würde ich noch in meiner Heimatstadt Wuppertal leben, käme ich mit jenen 764 € eigentlich ganz gut über die Runden. Eine 35 m² Wohnung kostet warm ca. 300 Euro, es blieben mir also gut 500€ meines Gehalts. Da ich aber nun in einer der teuersten Städte des Landes lebe, bleibt mir von meinem Verdienst nach Abzügen für Miete und Lebensmitteln so gut wie nichts übrig, was auch akzeptabel wäre, würde ich Hartz IV beziehen oder keine anständige Ausbildung vorweisen können. Dem ist jedoch nicht der Fall. Als Alleinstehender schlage ich mich allerdings ganz gut durch, aber was ist, wenn ich mir Nachwuchs wünschte?

Heute hat Google gestreikt, und das weltweit!

Gerade bin ich durch meinen RSS-Reader gecrawlt und habe einen interessanten Fund gemacht. In einem Artikel erfahre ich, dass es wohl heute auch in den Vereinigten Staaten einige Probleme mit Google Produkten gegeben haben soll.
it looks like every Google service has been either wiped off the Internet or is running extremely slow for a large number of users. Even Google Search is only creeping along slowly right now, and YouTube, Google Reader, Blogger, Google Analytics, Gmail, Google Maps, and Google Apps are pretty much unavailable as well.
In der Tat hatte ich heute während der Arbeit mit massiven Beeinträchtigungen zu kämpfen. Meine momentane Lieblingsapplikation "Google Adwords" kroch so langsam vor sich hin. Meine Gmail E-Mails konnte ich teilweise nicht öffnen. Der Google Reader schmierte andauernd ab (eigentlich kein neues Problem), Blogger's Spitzname ist sowieso "Buggy" und auch der fundamentale Google Search kroch nur im Schneckentempo voran.

Eigentlich kein Problem, passiert ja schonmal - da fällt mir gerade ein, dass auch T-Online heutige einige Probleme mit ihren Servern hatten, die teilweise down waren, es bzw. immer noch sind - aber wenn solche krassen Probleme bei dem Giganten Google auftreten, von dem wir ja mittlerweile fast alle abhängig sind, ist das schon erschreckend.

Mal sehen wie sich die Lage in den nächsten Stunden entwickelt.

5 Gründe warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren

  1. Im Netz können junge und anonyme Blogger berühmt und wichtig werden. In Deutschland hingegen wird immernoch enorm viel Wert auf Status und Hierarchie gelegt. Nie würde man die Meinung einer "normalen" Person genauso gewichten wie die einer Prominenz.
  2. In Deutschland zählt Qualifikation mehr als alles andere. Wer keine Diplome bzw. Zertifikate vorweisen kann, dessen Stimme zählt wenig (s. Punkt 1). In der Blogosphäre ist Qualifikation hingegen irrelevant. Relevant ist, ob die geäußerte Meinung klug, witzig, orignell oder stichhaltig ist.
  3. In den Vereinigten Staaten, im Gegensatz zu Deutschland, lesen sogar hochrangige Vertreter aus Regierungskreisen Blog-Posts, um sich ein Bild von der Meinung des Volkes zu machen.
  4. Die Deuschen werden nicht arbeiten, wenn sie dafür kein Geld bekommen. Bloggen ähnelt dem Arbeiten.
  5. Die Deutschen nehmen ihre Ferien extrem ernst. Der Blogger kennt keine Ferien.

"Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen"

Ich möchte an dieser Stelle kurz eine Aussage von Max Frisch zum Anlaß nehmen, um an die Menschen ausländischen Ursprungs zu erinnern, die dazu beigetragen haben Deutschland ab den späten 1950er bzw. frühen 1960er Jahren dahin zu schufften wo es ohne fremde Hilfe nie hingekommen wäre.

Zwischen Birram et Circenses – Der Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen

Über die letzten 10 Jahre hat sich der Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen zu einem der In-Treffpunkte der Oberbarmer AAA-Szene gemausert (AAA steht für Alkohol, Aggressionen und Antisozial). Vor vielen Jahren muβten die AAAs noch den kilometerweit entfernten Döppersberg – die unter Wuppertalern bekannte Platte oder auch Döpps – aufsuchen, um ihresgleichen zu finden, zusammen Bier zu trinken und tagesaktuelle Themen lauthals zu diskutieren.


Heutzutage ist dies auch am Berliner Platz möglich. So können auch in Oberbarmen passierende Normalbürger an den animierten Diskussionen der AAAs teilhaben, die sich des Öfteren in unangenehmes, mit höchst vulgärem Vokabular gespicktes Rumgepöbel entwickeln. Immer häufiger bekommen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen der Passanten ihr Futter ab, denn nicht selten arten die aggressiven Wortgefechte auch in brutale Handgemenge aus. Leider können die AAAs jedoch ihre Aggressionen nicht immer untereinander ausleben, sondern suchen sich andere Sparringspartner. Passanten werden schief beäugt, Ausländer malträtiert und als „Opfer“ identifizierte Leute ausgeraubt (sogar tagsüber müssen sowohl Jugendliche um ihre iPods oder Handys, als auch ältere Menschen um ihre Taschen bangen).


Die Situation, die hier auf leicht sarkastische Weise beschrieben wurde, ist durchaus ernst zu nehmen. Es ist ganz offensichtlich, dass das soziale Niveau der Stadt Wuppertal über die Jahre hinweg stetig gesunken ist. Die Stadt ist Pleite, viele Bürger kommen nur Dank Hartz IV über die Runden. Oft führen soziale Missstände zu offene Aggressionen, unter denen auch „normale“ Bürger zu leiden haben. Kinder wachsen werden schon früh mit Aggressionen im öffentlichen Raum konfrontiert und stumpfen ab. Diese Negativentwicklung ist inakzeptabel und ihr muss endlich entgegengesteuert werden. Es kann nicht sein, dass an vielen öffentlichen Plätzen Wuppertals (und ganz Deutschlands) besoffene, aggressive Menschen rumhängen und jene „öffentliche“ Plätze zu „privaten“ werden, weil alle anderen Menschen beginnen sie zu meiden. Natürlich fordere ich nicht dazu auf jene Personen zu verjagen, sondern man müβte sich ernsthaft Gedanken machen wie man langfristig eine gesunde, an Werten orientierte Gesellschaft bilden kann. Welche Maβnahmen könnten wir in Wuppertal treffen?

European Blog Awards - Platz 1 geht an einen deutschen Blog, aber vielmehr freut mich, dass eine Italienerin Platz 4 erreicht!

Die Gewinner der diesjährigen "European Blog Awards" stehen fest. Hier die ersten drei Platzierungen.

  1. netzpolitik.org (Deutschland)
  2. thedailyspud.com (Groß Britannien)
  3. marcvidal.cat (Spanien/Katalonien)

Natürlich stimmt es mich glücklich, daß es ein deutscher Blog, der sich vor allem mit politischen Themen auseinandersetzt (ein Besuch lohnt sich wirklich) auf den ersten Rang gebracht hat.
Vielmehr freue ich mich aber, dass der Blog der Italienierin Caterina Policaro mit dem 4. Platz belohnt wurde.

Die Italienerin ist in den Bereichen Social Networks und Micro-Blogging eine wahre Expertin. Auf ihrem Blog erklärt Caterina Polinaro ihren Lesern die neuesten Phänomene des Netzes auf eine sehr anschauliche Weise. Ihr Projekt geht in die richtige Richtung und die vielen Besucher, die tagtäglich ihre Seite besuchen, ihre Feeds abonniert haben und die ihr Gezwitscher auf Twitter verfolgen unterstreichen, dass das Netz auch in Italien immer intensiver genutzt wird, um zu kommunizieren, zu interagieren. Eine sehr positive Entwicklung dahingehend, dass es endlich danach aussieht, als käme eine Wachablösung in der italienischen Medienlandschaft zustande: immer mehr Italiener beziehen ihre Informationen aus unabhängigen Quellen des WWW. Nicht zuletzt die Tatsache, dass der Blog des italienischen Komikers und Aktivisten Beppe Grillo die meistbesuchte italienische webpage ist, zeigt dass die Italiener mehr als gewillt sind auf alternative Informationsquellen umzusteigen, und darüber hinaus das Web auch nutzen, um sich sozial zu engagieren.

Das marode System Italien mit seinen maroden und korrupten Untersystemen wird nicht durch einen ehrlichen Watchdog-Journalismus kontrolliert, der wie z.B. in den USA ein Gegengewicht zu Politik und Wirtschaft darstellt. Die Zeitungen und Fernsehkanäle sind nicht unabhängig, sondern reflektieren ganz klar politische Ansichten, worunter die Italiener stark leiden, denn selten wird konstruktiver Druck auf die Machtzentren des Landes ausgeübt.

Daher ist es mehr als begrüßenswert, dass das Netz in Italien stärker genutzt wird, um Ideen und Meinungen auszutauschen, um Informationen zu übermitteln, die ansonsten versickert wären. Caterina Policaros Blog, führt ihre Leser in die Welt der schnellen und interaktiven Kommunikationstools ein, die jene über kurz oder lang nutzen werden, um etwas in diesem wunderschönen Land zu verändern.

Schwan und Sommer reden soziale Unruhen herbei -- dabei sollten die Menschen aufhören zu meckern und anfangen ihre Lebensstandards runterzuschrauben!

Dank Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan und DGB-Chef Michael Sommer ist in Deutschland eine Debatte über die Gefahr sozialer Konflikte entbrannt. Wortwörtlich gab Schwan von sich sie könne sich vorstellen "dass in zwei bis drei Monaten die Wut der Menschen deutlich wachsen könnte. Auch DGB-Chef Sommer äuβerte sich ähnlich. Seit Tagen warnt er vor sozialen Unruhen. Sollten Politik und Wirtschaft nicht aggressiv gegen die ansteigenden soziale Missstände vorgehen, warnte Sommer: "Sie wissen, wie Menschen reagieren, wenn sie ihre Existenz verlieren."

Dass es in Deutschland zu Revolten kommt, wie wir sie z.B aus Frankreich kennen, glaube ich jedoch nicht. Letzten Endes ist die Krise noch nicht in allen Haushalten angekommen. Jungen Menschen, Studenten, Azubis, und dem Prekariat im Allgemeinen geht es schon seit einigen Jahren nicht rosig. Viel schlimmer wird es uns wahrscheinlich auch in der Krise nicht ergehen.

Ich lebe z.B seit Jahren von ca. 600 € monatlich. Viele junge Menschen befinden sich in einer ähnlichen finanziellen Situation und kommen trotzdem mehr oder minder über die Runden.

Wo liegt also das Problem?

Ich bin davon überzeugt, dass viele von der Krise betroffenen Menschen einfach ihren Lebensstandard ein wenig runterschrauben müβten. Den Leuten, denen Peter Zwegat "Raus aus den Schulden" hilft dienen hier als perfektes Exempel. Viele seiner "Problemkinder" müssen wegen hoher Telefon- und Handyrechnungen, neuester spritschluckender Autos, Luxuswohnungen mit tollen Home-Entertainment-Systemen, etc. gegen Schulden ankämpfen. All dies ist nicht überlebensrelevant. Viele Menschen haben einfach nur Angst sich von diesem Besitz zu verabschieden. Und sich deshalb zu Beschweren ist nicht nur dumm und dämlich, sondern auch unverschämt und respektlos gegenüber Leuten, die seit Jahren mit sehr wenig Geld auskommen müssen und ihr Leben trotzdem meistern.